Arbeiten


Gert Schwartz sieht seine Arbeiten in der Tradition der informellen Kunst mit deren Anspruch an die Freiheit der Gestaltung. Seine Bildfindungen zeichnen sich einerseits durch ihre Strenge und Überschaubarkeit aus, andererseits zielt er mit rhythmischer Gliederung des Bildgefüges auf eine Steigerung des Ausdrucks ab.
Wie ein Musikton der Stille bedarf, um Spannung in ihr zu schaffen, setzt das kräftige Schwarz der Tusche die Leere der weißen Fläche voraus.
Auch wenn formalästhetische Gesichtspunkte thematisiert werden, assoziiert das Formenvokabular durchaus inhaltliche Ansprüche. Die Motive könnten als selektive Abbilder der Welt aufgefasst werden und somit eine Definitionssicherheit und damit eine Benennung der Dinge über den Moment hinaus in Frage stellen.
„Was soll ein Titel sein? Ein organisches, individuelles Wort, oder eine genetische Definition, oder der Plan, mit einem Wort eine allgemeine Formel?”, fragt Novalis.
Gert Schwartz beantwortet dies für sich in seinen Bildunterschriften: ohne Titel.
Galerie ICON Berlin, 2006/2008

ohne Titel I 2009 I 17,5 x 79 cm I Tusche auf Papier
ohne Titel I 2009 I 17,5 x 79 cm I Tusche auf Papier