Form als Ornament

 

Eine Zusammenschau Platons Kosmologie, der Gral-Findung in Umberto Ecos Baudolino und Ernst Kállais kritischer Betrachtung des Bauhauses – relativiert durch Christian Morgensterns Gedicht vom Ästhetischen Wiesel.

 

Gemäß Platon bilden zwei Sorten von Elementardreiecken die Grundbausteine, aus deren Kombination sich vier Arten von regelmäßigen Polyedern ergeben. Aus denen wiederum setzen sich Feuer, Luft, Wasser und Erde als die vier Grundformen der Materie zusammen.

 

In seinem Roman Baudolino widmet Umberto Eco ein Kapitel der Auffindung des Grals. Im Gespräch mit dem sterbenden Vater wird Baudolino klar, dass der Kelch, aus dem Jesus getrunken haben soll, nicht aus Gold bestehen konnte. In Jesus’ Umfeld gab es nicht den Reichtum von mit Lapislazuli besetzten Bechern. Vielmehr wäre es eher vorstellbar, dass Jesus einen aus Holz geschnitzten, schmucklosen, von schlichter Form besaß, gerade wie der Baudolinos Vater. Als Baudolino seinen verstorbenen Vater verlässt, befindet sich dessen hölzerner Becher im Reisegepäck. 

 

Ernst Kállai kritisiert zum zehnjährigen Bestehen des Bauhauses dessen Kunstbeflissenheit. 

 

Christian Morgenstern | Das ästhetische Wiesel

 

Ein Wiesel

saß auf einem Kiesel

inmitten Bachgeriesel.

 

Wißt ihr

weshalb?

 

Das Mondkalb

verriet es mir

im Stillen:

 

Das raffinier- 

te Tier

tat's um des Reimes willen.

 

Hardcover, Leinen-Folie-Bindung,  Format 30 x 30 cm | 1 Unikate. 

Tuschezeichnung, Farbstifte

 

September 2020